Reisebeschreibung Namibia-Botswana-Zimbabwe 1993, von R. Manns
(mit Geo-Tours)

Für Nachfragen oder Kontaktaufnahme bitte e-mail an 
 
September 1993
 
 

Ich hatte ein paar Wochen lang Herzklopfen -

Dann ging der Flieger von Hamburg/Frankfurt nach
Windhuk - und ich war in Afrika!

Gleich hinter Windhuk hab ich mein Zuhause schon vergessen, es ist weit weg und ich lasse mich in diese Reise fallen.

Ich entdecke die Welt.

1900 Meter hoch erreichen wir unser erstes Camp, nur ein paar Autos, es ist erst Frühling in Afrika! Ein Sandplatz mit 2 Häuschen: Duschen und Klos und im anderen eine dürftige Küche.

Es ist warm, in der Sonne verbrennt man ganz schnell. Ich lerne, wie man in 5 Minuten ein 2-Mann-Zelt aufbaut und schaue den Perlhühnern zu, die bis in die Nacht hinein lärmen. Ein paar Affen schummeln sich immer näher heran.

Die Sonne versinkt hinter den Bergen, die erste Nacht in Afrika. Absolute Stille und Dunkelheit, ein unsagbar schöner Sternenhimmel rund herum. Uns fröstelt, es wird kalt in dieser ersten Nacht hier oben. Die Flasche mit dem Sundowner macht ihre letzte Runde.

7:00 Uhr morgens - wecken: Eine harte und verdammt kalte Nacht, ich fror und hab ein ganz kleines bißchen an mein Bett gedacht.

Wir bleiben 2 Tage hier und haben die ersten Kontakte mit Gnus, Kudus, Antilopen und Springmäusen.

Ich bin wirklich in Afrika!
Die Nacht wird wieder kalt und klar.
Dieses Land ist eine Ewigkeit.
Ein einsames Land.
Nur wir.

Wenig Asphalt - staubige Pisten und ein schwankendes Auto mit einer Handvoll Reisenden!

Vollpension, das bedeutet mittags und abends Restaurant - wenn eins da ist. Kudusteak, Zebrasteak, Springbocksteak (ca. 20 Rand, 1 Rand = 50 Pfennige).  Ich werde ab morgen Vegetarier!

Über die Bergkuppe gegen den Abendhimmel ziehen Antilopen. Im See unten spiegeln sich die Berge im stillen Wasser. Die Affen machen mit Gebrüll kleine Affen, ein Himmel ohne Wolken und Streifen von den Fliegern.

Goldgelb versinkt die Sonne.

Thomas sagt, er hatte Eis an seinem Bart - also unter 0°C in der Nacht. Mir ist kalt, die Beckenknochen schmerzen noch von der harten Erde, aber eine Stunde später brennt die Sonne schon wieder vom Himmel und alles ist gut.

Der Kaffee tut gut, Cowboy-Kaffee mit Zwieback - eine Alternative zu gestern Abend: Rotwein und Käse und Brot am Lagerfeuer, unter Millionen von Sternen!

Ich hab an zu Hause gedacht, und es tat weh, weil ich das nicht mit Euch teilen kann.

Wir fahren am nächsten Morgen früh los, so mit 70 km/h auf Asphalt-Piste. Um uns herum Weite, Wärme, Stille - und mitten drin dieses Felsmassiv Spitzkoppe! Wir waren den ganzen Tag unterwegs und erleben nun einen der schönsten Abende dieser Reise. Warm und goldgelb liegen diese Riesen in der Savanne, darüber ein dunkelblauer Himmel. Unser 12-Tonner wirkt darin wie ein Spielzeug.

Ich gehe ein Stück ins Land hinein, ich will wissen wie es ist, ganz alleine bei Sonnenuntergang mitten in Namibia zu stehen:
So muß es gewesen sein, als Gott das Paradies erschuf!

Es dauert lange, bis wir uns alle wieder zusammenfinden und schon lange Nacht, als wir den Lagerplatz erreichen. Lagerfeuer, Spaghetti, Rotwein, Lachen, Erzählen, Lauschen - über allem das Kreuz des Südens. - Ich fühle mich unendlich frei.

Die Nacht ist warm und still.
Ich schlafe am Feuer.
Morgens entdecken wir die Spuren von Schakalen, ganz nahe.
Toilette hinterm Felsen.
Waschen mit Hakle-Feucht.
Becher Wasser zum Zähneputzen.
Frühstück.

Einpacken und zurück durch die Felsen in die Savanne. Wir sind auf dem Weg nach Cape-Cross zur Robben-Kolonie, durch die Wüste Namibias an den Atlantik. Stundenlang Asphalt- und Sandpiste. Zeit zum Träumen. Eine felsige Wüste, manchmal flach bis zum Horizont, manchmal stehen da plötzlich Berge 'rum. Menschenleer. Es ist wie ein Gebet. Nach all der Unrast zu Hause ist dies kaum zu ertragen.

Es reist sich gut mit dem Deutz. Wir sind 10 Leute, Gaskocher, Gepäck, Proviant, Wasser, Sandbleche Ersatzreifen usw. usf. alles an Bord. Bernd und Holger sind erfahrene Guides und Schrauber, es ist einfach riesig.

Die Robben-Kolonie ist ein Erlebnis, es stinkt unerträglich. Kalt ist es hier am Atlantik und diesig. Der starke Wind trägt Salz und Sand vor sich her. 80.000 Robben, eine ewige Anmache unter den Tieren. Starke Bullen verteidigen ihr kleines Revier mit einem Imponiergehabe, das sie noch gewaltiger erscheinen läßt. Neugeborene, über die einfach hinweggerutscht wird. Es ist nicht leicht, das Leben auf so engem Raum wie dieser Küsteneinschnitt.

Gegen Abend erreichen wir ein Camp bei Swakopmund. Schnell werden die Zelte aufgebaut, heiße Duschen und saubere Toiletten! Wohligkeit macht sich breit. Eine warme Nacht erwartet uns, ein wenig feucht nahe der Küste.

Tags drauf einkaufen in Swakop. Eine saubere, flache kleine Stadt - eine deutsche Stadt, deutsches Leben mit Schwarzen und Weißen. Die Leute sind freundlich - die Schwarzen mehr, die Weißen weniger.

Eine alte Frau erzählt mir, daß ihre Mutter aus Hamburg, der Vater aus Rendsburg 1903 hierher kamen. Und sie selbst spricht auch noch ein bißchen Plattdeutsch. Und dann erzählt sie noch, daß in der vergangenen Nacht im Etoscha-Park ein 14jähriger Junge von einer Löwin gefressen wurde. Und wir sollten unbedingt in unseren Zelten schlafen - was wir auch bestimmt tun werden!

Unser Ziel heute: Die Flamingo-Bucht, Richtung Walfisch-Bay. Durch eine wunderbare Dünenlandschaft. Wüste pur.
Eine phantastische Art zu Reisen, die ich mir da ausgesucht habe!
Der Weg ist weit, wir übernachten in einem sauberen Camp und sind fast alleine hier.

Die Nacht ist schnell vorbei, Morgendämmerung, wecken um 6:30 Uhr,
2 Stunden später starten wir zu den rosa Vögeln. Und da stehen sie in der Morgensonne - zigtausende - ein überwältigendes Schauspiel, reduziert auf das Wesentliche, nur Himmel, das flache Wasser und die Vögel so weit man schauen kann. AM Horizont verlaufen Wasser und Himmel ineinander.

Auf Sandpiste geht es weiter, am Strand entlang, der Atlantik. Afrika ist hier zu Ende. Eine Dünenlandschaft, die kaum zu beschreiben schön ist. Diese Küste Namibias ist ein Traum. Die Dünen reichen bis ins Meer, goldgelb und wahnsinnig hoch. Kleine Pillendreher rollen über den heißen Sand. Die Welt um mich herum versinkt unter strahlend blauem Himmel im gelbem Sand. Losgelöst von allem irdischen. Ich möchte fliegen und Ewigkeiten könnte ich hier oben verbringen, dem Himmel ganz nah.

Während der Rückfahrt versinkt unser Deutz mit der Vorderachse im Sand. Alles raus zum Schaufeln - Sandbleche und die besten Wünsche - nach 20 Minuten sind wir wieder flott.

Mit 30 km/h geht es am Atlantik entlang. Seit 2 Stunden läuft das Wasser auf. Wir fahren in die Sonne hinein. Nur wir und das Meer und ein Wrack. Robben tummeln sich in den Fluten, Kormorane eilen davon.

Eine Traumreise.-

Zum Sonnenuntergang sind wir wieder in der Flamingobucht - so weit man sehen kann stehen sie im flachen Wasser, fliegen hoch, breiten ihre rosa Flügel aus, gleiten wieder ins Wasser. Wir bleiben eine kleine Weile in dieser Abendstimmung.

Bernd muß wieder Luft in die Reifen kriegen, wir sind mit ziemlich platten Sohlen über den Strand gefahren.
Frisch geduscht und mit einem Blick auf den Mond und das Kreuz des Südens schlafe ich in den nächsten Tag.

Wir haben viel vor heute. In Swakop müssen wir einkaufen, Lebensmittelvorräte müssen aufgefüllt werden. Nach einer Stunde Steinwüste und Sandpiste erwartet uns eine Mondlandschaft: ein atemberaubender Anblick! Zerfurchte und zerschundene Erdkruste mit Bergen und Tälern, trocken, schwarz-braun, heiß und lebensfeindlich.

Faszinierend anzusehen.

Nach vielen Fotostops in wunderbar wechselnder Natur machen wir Kaffee-Pause auf einer verwaisten Farm. Eine kleine grüne Oase inmitten einer Steinwüste, ein kleiner Friedhof. Ich lege ein paar Steine zurück auf die Hügel.-

John Wayne-Landschaft.

Stundenlange Weiterfahrt auf Sandpiste in eine Ebene wo Köcherbäume wachsen. Der Sonnenuntergang ist filmreif. Es ist warm und ganz still. Ich lasse in dieser Stimmung den Tag revue passieren. Er war so voller neuer Eindrücke und Strauße, Onyx-Antilopen und Springböcke kreuzten unseren Weg.

Der Mond erscheint - die ersten Sterne. Wir fahren noch eine Stunde in die Dunkelheit hinein. Irgendwo in der Savanne finden wir einen Platz zum Campen unter überhängenden Felsen. Hier haben sicher schon vor Jahrtausenden Menschen gelebt.

Zelte aufbauen, Lagerfeuer. Holger kocht. Sternenhimmel und ein Mond, der das Land in ein "weichzeichner"-Licht taucht.

Zum Heulen schön!
Gute Nacht.

- Und die war gut. Die Sonne steht schon hoch und das Grasland vor uns leuchtet strohgelb, bis zum Horizont. Ich gehe hinaus in diese Ebene, es ist fast wie eine Sucht, man möchte alles hinter sich lassen. Nur der Wind ist zu hören, die Erde glitzert, kleinste Quarzsteinchen übersäen den Boden zwischen den spärlich wachsenden Gräsern und nichts stört den Blick in diese Ewigkeit.

Sandpiste, stundenlang durch die Naukluftberge (2000 m), Canyon. Wir wollen zu den roten Dünen, den höchsten dieser Erde. Die Landschaft verändert sich ständig. Goldgelbe Ebenen, riesige Felsen inmitten von Gesteinswüsten, Farmland - und dann die roten Dünen! Wir werden morgen früh vor Sonnenaufgang reinfahren.

Die Camps schließen ihre Tore, wenn die Sonne am Horizont verschwindet. Wir schaffen das immer ganz gut. Nach dem Duschen fühlen wir uns alle wahnsinnig wohl, Holger grillt schon wieder Steaks, die Sonne ist verschwunden und das Nachglühen am Abendhimmel mit "Carmina Burana" läßt uns abheben.-

5:00 Uhr wecken und bei Sonnenaufgang sind wir in den roten Dünen.
Unsagbar schön. Es ist nicht zu fassen, was sich die Natur an Schönheiten immer wieder aufs neue ausdenkt. Vor mir liegt ein spärlich bewachsenes Tal, nur roter Sand und ich. Der Sand ist so heiß, daß man ihn nicht ohne Schuhzeug betreten kann. Ein leichter Wind weht, man kann ihn hören, er raschelt und trägt den Sand wohin er will.

Hier oben bin ich dem Himmel wieder ein ganzes Stück näher.

Die nächsten zwei Tage bringen uns wieder Richtung Norden. Wir sind auf dem Weg nach Botswana. In Rehoboth erreicht uns ein Gewitter, der erste und einzige Regen während unserer Reise. Wir müssen "Strecke machen" und nach viel Fahrerei haben wir ein paar Stunden Zeit in Windhuk. Abends sind wir endlich am Waterberg. Die Landschaft hat sich verändert - Buschland macht sich breit, und auch die Tierwelt ist eine andere. Wir haben unseren Spaß mit Warzenschweinen.

Das Camp am Waterberg ist staubig. Feiner schwarzer Sand, der überall hinkriecht. Und Sturm - aber eine schneeweiße Badewanne und die ist erst einmal meine!

Eine unruhige Nacht.

Aber nun ist die Sonne wieder da. Ein neuer Tag am Waterberg. Wir steigen auf und haben einen herrlichen Blick hinunter ins Land. Die Pisten ziehen sich wie gerade Bänder durch das braune Buschland.

Gegen Mittag geht's wieder auf den Asphalt. Den Etoscha Park müssen wir vor Sonnenuntergang erreichen. Warzenschweine und Strauße laufen vor uns davon, Springböcke äugen zu uns herüber.

Die Sonne verschwindet - und wir fahren gerade in den Park ein.

Das erste, was wir sehen, ist ein Wasserloch, ca. 30 m außerhalb des Camps. - Und Elefanten! Ich zähle 32, im Laufe der nächsten 3 Stunden (so lange stehen wir da und staunen) werden es 102! Ein grandioses Schauspiel.

Es wird Nacht, Schakale heulen, die Elefanten trompeten und wir müssen uns gegenseitig kneifen um sicher zu sein, daß dies kein Traum ist. Zum Schaudern schön.

Vor Sonnenaufgang ist wecken. Zebras in der Nähe vom Wasserloch. Wir brechen unsere Zelte ab und fahren zu den verschiedenen Wasserstellen. Die Spuren der Elefanten sind überall zu sehen. Es ist gleißendes Sonnenlicht über dem ausgetrockneten Salzsee. Daß es hier Leben gibt, ist kaum vorstellbar.

Am Horizont tauchen Giraffen auf, Springböcke, Zebras, Warzenschweine und Kudus, wir treffen auf 4 Löwen und fahren vorsichtig durch die Zebra und Springbock-Herden hindurch.

Es ist faszinierend.

Nachmittag in Grootfontein. Morgen stehen uns 350 km endlose Straße nach Rundu bevor. Wir machen Stop am größten Meteoriten der Welt. Er soll vor 80.000 Jahren vom Himmel gefallen sein und wiegt ca. 50 Tonnen.

Unsere Fahrt geht durch Farmerland, Zäune links und rechts der Straße begleiten uns.

Die Nacht war gewittrig, Sturm. LKW fahren durchs Zelt - so laut war es. Der nächste Morgen ist kühl und angenehm zum fahren. Wir treffen einen Jungen aus Deutschland mit Rucksack und Kochgeschirr und so. Er sieht aus, als wäre er mit dem Bus gekommen.

Und das ist er auch. Per Anhalter, Bus und zu Fuß durch Südafrika!! Ganz alleine. Ich hab ihn bewundert.

Und dann sind wir im Buschmann-Land. Richtiges Afrika, wie im Fernsehen. Lehmhütten, graue kleine Kinder, Krale mit Ziegen und Rindern. Sandpiste. Stundenlang. Afrika ist groß. Ich träume und genieße.

Wir fahren am Okavango entlang und sind bei Sonnenuntergang im Camp bei den Popa-Falls.
Vollmond - ich denke an Euch zu Hause.
Es ist warm und ich bin in Afrika.

Richtung Botswana - durch den Caprivi-Streifen. Ein paar hundert Kilometer Piste gemacht, meine Knie schmerzen ein wenig vom still sitzen, es ist ungewohnt. Von Elefanten zerstörtes, trockenes Land. Wir fahren in den Mohange-Park ein. Es soll der traumhafteste Tag der ganzen Reise werden:

Elefanten.

Sie stehen überall herum, schauen uns an, kommen zwei Schritte auf uns zu, gehen zurück. Und wir mitten drin - Elefanten, Elefanten, Elefanten!

Am Okavango.
Eine Landschaft, wie die Bibel sie nicht schöner malen kann. Papyrus, meterhoch an den Ufern, drüben Angola. Dort wird geschossen, Bürgerkrieg seit Jahrzehnten. Und wir suchen Flußpferde und finden nur Elefanten. In freier Wildbahn.

Wir verbringen Stunde um Stunde hier und vergessen fast, daß wir vor 18:00 Uhr an der Grenze zu Botswana sein müssen, dann wird der Übergang geschlossen. Die Aus- und Einreise geht zügig, die Beamten sind höflich und freundlich.

Die Sonne schleicht sich am Horizont davon, wir haben noch ein paar Kilometer durch den Busch zum Drotzky-Camp.
Fünf Minuten vorher ist der Mond aufgegangen. Aileen zeigt uns den Weg zur Terrasse über dem Fluß.

Und das erschlägt mich total:
Okavango, Vollmond, 1 Millionen Grillen. Ein unglaubliches Konzert in einem unwirklichen Licht. Das gibt es nicht!

Ich möchte schreien.
Wie soll man das ertragen - Hilfe!

Nach soviel trockenem Afrika sind wir an einem der wunderbarsten Plätze dieser Reise gestrandet.

Lagerfeuer.
Rotwein, gutes Essen.
Afrikanische Klänge.
Vom Dorf unten dringen Trommeln herüber.
Eine warme Nacht.

Mir laufen Tränen durchs Gesicht und ich kann nichts dafür. Afrika war immer so weit weg - und jetzt bin ich mitten drin.

Wir sind mehr als 2 Wochen unterwegs, soviel Neues, Schönes, Aufregendes! Es ist weit nach Mitternacht, die meisten von uns schlafen schon. Geräusche der Nacht, Vogelstimmen. Das Feuer knistert und ich schreibe mir die Seele aus dem Leib, weil ich nicht weiß, wohin mit dem Überschwang der Gefühle.

Warum gibt es nicht mehr solcher Tage im Leben! Ich möchte sie mit Euch teilen.-

Die Trommeln sind verstummt. Der Mond ist so hell, daß ich ohne Taschenlampe unterwegs bin.

Lange liege ich wach. Ich denke an die Begegnung heute morgen mit den Elefanten, keine 15 Meter von uns entfernt. Sie kamen durch den Fluß direkt auf uns zu, 3, 4, 5, 6 Tiere. Wir gehen ein paar Schritte zurück, ich glaube, unsere Herzen haben aufgehört zu schlagen.

Afrika pur.

Krokodile im Schilf ......

Zelte abbauen - um 9:00 Uhr Abfahrt mit einem kleinen Motorboot durch die Flußlandschaft des Okavango. Eine wunderbare Welt erwartet uns. Krokodile dösen in der Sonne, Adler, die fast aus der Hand fressen, Reiher, Schlangentaucher - ein Paradies für alle Wasservögel. Wir sind 4 Stunden unterwegs durch ein Labyrinth von Wasserstraßen, durch richtige Papyrus-Wälder. Eine völlig andere Welt.

Es ist zu spät, an diesem Tag noch unsere Reise fortzusetzen. Das bedeutet: noch einmal Sonnenunter- und Mondaufgang überm Okavango!

Abreise Richtung Maun. Wir schreiben den 3.September.
Frühling in Afrika.
350 km Asphalt.

Maun ist eine kleine Stadt, Bank, Post, Tankstelle, Markt und Treffpunkt, Kunsthandwerk. Es gibt doch ein paar Reisende hier. Die Schwarzen sind freundlich, wünschen mir einfach einen guten Tag, lachen und gehen weiter.

Ich mache mir ein wenig Mut und gehe mit Herzklopfen über den Markt und drängel mich durch das Warenangebot. Körnerfrüchte, Gemüse, totes, stinkendes Fleisch, schwarz voll Fliegen, gekochte Suppen, Gebackenes, Schuhe, Kleidung, Werkzeug, eine verrottete Wasserstelle, wo Mütter ihren Babys den Po waschen, Regenschirme gegen die Sonne, Betrunkene.

Ich kann vorsichtig ein paar Fotos machen und bin doch etwas erleichtert, wieder am Wagen zu sein. Der Rest der Gruppe sitzt beim Portugiesen und macht Mittag. Mir ist der Appetit vergangen.

Am frühen Nachmittag Aufbruch Richtung Chobe-Park. Daraus wird nichts dolles, nach 10 km Sandpiste springt der Wagen nicht mehr an. Lichtmaschine. Die einzige Panne während der ganzen Reise. Bernd schafft es irgendwie, den Wagen zu starten, aber wir müssen noch einmal zurück. In Maun gibt es eine Bosch-Werkstatt. Steve - der Meister vom Fach - absolviert gerade das letzte Rugby-Spiel der Saison. Das heißt für uns: 2 Stunden warten. Lichtmaschine ausbauen, der Deutz fährt auch ohne. Zurück ins Camp am Rande von Maun.

Ein verlorener Tag.
Das Camp ist schrecklich und laut, die Klos funktionieren nicht richtig und Thomas hat sowieso seine Probleme und wandert die ganze Nacht zwischen Zelt und WC hin und her. Ich bin heilfroh, als am nächsten Tag die Reise fortgesetzt wird.

Auf zum Chobe-Park.

Wie gestern. Sandpiste. Stundenlang durch Buschland im Schrittempo. Die Sonne beginnt zu sinken. Busch-Campen. Ein paradiesischer Platz! Gemüseeintopf, Lagerfeuer, Sun-Downer.

Kurz nach 22:00 Uhr geht der Mond auf - und wir in unsere Schlafsäcke. Ich schlafe im Zelt, draußen ist es mir nicht ganz geheuer, sieht nach wildem Getier aus!

Der nächste Morgen: Aufbruch zu den Victoria-Falls. Mal sehen, ob wir es schaffen. Viele Giraffen beäugen uns argwöhnisch.
Und wir sie.
Mal wieder Foto-Stop.

Da steht ein einzelner riesiger Elefant unter einem Baum und Antilopen. Und plötzlich springt nur ein paar Meter weiter eine Löwin auf. - Wir sind ganz schnell wieder im Auto. Kurze Rast in einem heruntergekommenen Camp, dagegen ist Busch-Campen ein 5 Sterne-Hotel! Aber freche und aggressive Paviane gibt es hier, denen ich nicht zu nahe kommen möchte. Dann lange Zeit Asphalt-Piste, aber die nächsten Stunden am Chobe-Fluß entlang. Eine herrliche seichte, grüne Landschaft, Elefanten, Flußpferde, Warzenschweine. Ein Bilderbuch voller Naturschönheiten. Stille, Wärme und Sonne auf der Haut. Einfach heile Welt! Unser Wagen ist innen so hoch, daß ich bequem stehen kann. Ich hänge halb aus dem Fenster, lasse die Landschaft vorbeiziehen, habe Musik im Ohr und relaxe, relaxe, relaxe!

Ankunft in Vic-Falls am späten Nachmittag. Ein überlaufener Ort. Großes Camp und laut, aber man kann duschen!
Wir tauschen Geld in einem Hotel. Zimbabwe Dollar. Die Einreise war zeitraubend aber korrekt.
Wir finden ein wunderschönes 4-Sterne Hotel, Kolonial-Stil, ab 19:30 Uhr Buffet mit Stilband. Wir träumen!

Düfte aus 1001 Nacht, Blumen im Überschwang! Jeder hat noch ein sauberes T-Shirt und saubere Hose, so daß wir uns ganz wohl in dieser Umgebung fühlen. Man hört das Donnern der Victoria-Fälle und eigentlich hat sich seit Livingston nicht viel verändert.

Es geht uns wahnsinnig gut!

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen sind wir gespannt auf die Falls - ein wunderbarer Anblick. Wir laufen stundenlang an der gegenüberliegenden Abbruchkante entlang. Überwältigend. Mehr als 100 Meter stürzen die Wasser in die Schlucht und die Wassernebel ersetzen den Weichzeichner.

Ja, und nun sitzen wir wieder im Traumhotel und genießen und haben gerade erfahren, daß wir noch eine Nacht hierbleiben und das heißt: Zeit und Gelegenheit für einen Rundflug über die Vic-Falls. Ein herrliches Delta breitet sich unter uns aus, ein riesiger Flecken inmitten braunen Buschlands. Leider ist mir ziemlich schlecht geworden, die Chessna stieg so schnell nach oben, daß das wohl mein Kreislauf oder das Gleichgewichtsorgan nicht richtig mitmachen und ich bin glücklich, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben!

Abendessen wieder mit Stilband, klingt wie Harry Belafonte. Einfach schön!
Ein wunderbarer Tag geht zu Ende.

Treffen in der Ilila-Lodge, super! Es ist noch kühl und wir genießen die aufgehende Sonne. Für umgerechnet ca. 6 Mark haben wir ein tolles Frühstück in feinster Umgebung.

Unser nächstes Etappenziel ist der Hwange-Park, nur 180 km Asphalt. Im Camp vertrödeln wir viel Zeit, es ist alles nicht so einfach. Eine kühle Nacht. Gnus, Affen, Warzenschweine werden aktiv.

Mit kleineren Mietwagen - unser 12 Tonner ist zu groß - werden wir in den Park gelassen. Giraffen, Zebus, Elefanten, Büffel, Zebras. Sie sind überhaupt nicht scheu, eigentlich wie Hagenbeck. Gefällt mir nicht, der Park ist so aufgeräumt, richtig was für Touristen.

11.9.1994:

Wir haben uns überall viel Zeit gelassen und jetzt fast am Ende unserer Reise fehlt sie uns. Wir wollten ursprünglich bis Harare. Aber da der Rückflug gebucht ist, müssen wir uns wohl oder übel von unserem Auto verabschieden und den Flug vom Hwange-Aerodrome nach Harare, 30 Flugminuten, nehmen. Bernd fährt mit dem Wagen alleine weiter. Abends geht es dann mit der Lufthansa nach Frankfurt.

So schnell geht das.
Die Reise ist zu Ende. Vier Wochen waren zur kurz.
Der letzte Tag in Afrika. So nüchtern.
Ein großes Land.
Noch viel Land, das wir kaputt machen können.
Vieles hat mich fassungslos gemacht. Ich komme nach Hause und hab mich wieder ein wenig verändert.
Vieles hat mich überrascht und ich denke mit Freuden daran zurück.
Vieles hat mich ehrfürchtig gemacht und ich fühle ein bißchen Wehmut.

Good by - Afrika, es war wunderschön!

Hallo - Afrika, here I'm again?
Reiseveranstalter:
GEO TOURS     www.Geo-Tours.de
Extremlandschaften der Erde
Expeditionen - Erlebnisreisen - Trekking - Kameltouren

Bernd Spreckels
Schopstrasse 17
D-20255 Hamburg

Telefon: +49-(0)40-491 98 32
Telefax: +49-(0)40-490 32 27